Stand oder Gewerbe

Cal'Annon

Die Anderswelt in Stapelfeld

Stand oder Gewerbe

 

Wenn du Rasse (und Geschlecht) gewählt hast, dann suche den gesellschaftlichen Status deiner Spielfigur. Auch da ist ein fantastischer Realismus gefragt. Ein Fürst ohne Gefolge, ein Krieger ohne Rüstung, ein Kaufmann ohne Geld - das macht dich auch innerhalb des Spiels zum Gespött. Generell ist es ratsam, mit einer lernenden Figur einzusteigen und nicht mit einem Erzmagier, einer Gräfin, einem Schwertmeister. Auch dein Alter solltest du berücksichtigen, in jungen Jahren wirst du eher Lehrling als Meister sein.

 

Adel:

Wer jemanden von Stand spielen will, braucht eine gehobene Ausstattung, Geld, Gefolge und das Wissen um höfisches Benehmen. Ganz gleich, ob ritterlich oder hochnäsig, Standespersonen sind etwas Besseres (jedenfalls nach der eigenen Einschätzung).

 

Kriegerische Charaktere:

Kriegerische Charaktere sind aus dem Live-Rollenspiel nicht wegzudenken, schließlich bewegen wir uns in einer wilden, nicht sehr friedlichen Spielwelt. Aber auch da gibt es Charakter-Unterschiede:

es gibt den verarmten, aber ehrlichen Krieger, der vielleicht einen neuen Herrn sucht, und den gewissenlosen Söldner, der sich für alles anheuern lässt. Aber – liebe Jungens! – bleibt auch da fantastisch-realistisch; ihr werdet auch schwer gepanzerte und sehr erfahrene Krieger treffen, fühlt euch mit einem Latex-Schwert nicht zu stark. Jung, leicht bewaffnet und nicht wirklich im Waffenhandwerk geübt

schließt man sich besser als Knappe einem Ritter oder als Trossbube einem Söldnertruppe an – beides eine schöne Spielmöglichkeit.

Und: das Live-Rollenspiel eignet sich nicht wirklich, Allmachtsphantasien auszuleben, es ist weit interessanter, Entwicklungen zu erspielen.

Magier/innen:

Magie ist neben der Waffenkunst eine zweite spielbestimmende Macht. Und hier gilt das Gleiche wie bei den kriegerischen Charakteren. Übernimm dich nicht, spiele als Einsteiger besser einen Zauber-Schüler, gehe in die Lehre. Wer schon Erfahrung mit magischen Rollen hat (auch etwa bei Pen&Paper) muss mit der Spielleitung abstimmen, welche Magie in diesem Spiel „wirkt“. Und während der Waffengebrauch ja – wenn auch mit Latex-Waffen – ausgespielt wird, ist der Einsatz von Magie eine rein fantastische Inter-Aktion. Wer Magie „anwendet“, muss sie schon wirklich gut ausspielen.

 

Wissende:

Nicht so spektakulär, aber für das Spiel bedeutsam und im Spiel durchaus reizvoll sind Wissende aller Art: Alchemisten, Gelehrte, Kräuterkundige etc. Auch hier kannst du als Lehrling beginnen,

aber du kannst hier auch gut deine tatsächlichen Vorkenntnisse ins Spiel bringen.

 

 

 

 

Heiler/innen:

Heiler sind wichtig, wer ein wenig Erste-Hilfe- oder gar Krankenpflege-Kenntnisse hat, der wird solche Rollen sehr leicht spielen können. Aber vielleicht reizt dich die Rolle gerade, wenn du sie sonst nicht hast. Dann musst du nur überzeugend spielen: Brüche schienen, Wunden verbinden, diagnostizieren, operieren, vielleicht amputieren. Verbandsmaterial und etwas Werkzeug sind nötig, Kunstblut macht’s spektakulär!

 

Handwerker:

Wenn du handwerkliches Geschick hast, nähen, weben oder spinnen kannst, töpfern oder schnitzen, Leder oder Metall bearbeiten, dann kannst du sehr schön eine Handwerker-Rolle ausspielen. Und natürlich wirst du neben diesem Handwerk auch ins Abenteuer verstrickt, und oft sind es nicht die kampferprobten Helden und mächtigen Magier, die im entscheidenden Augenblick zu Stelle sind, sondern die kleinen Leute.

 

Händler/innen:

Eine gute Rolle auch für Einsteiger/innen ist die der Handeltreibenden, ob als kleine Hökerin mit Korb, als Händler mit einem Marktstand oder als Großhändler, der mit prallem Beutel auf Einkaufstour geht. Etwas, das in einer mittelalterlichen Welt zu Markte getragen wurde, findest du immer, nur musst du als Großhändler über reichlich Larp-Geld verfügen.

 

Musiker und Gaukler:

Von den ordentlichen Bürgern meist beargwöhnt, fürs Spiel aber eine große Bereicherung ist das fahrende Volk: Sänger, Musiker, Gaukler, Künstler aller Art. Auch da kannst du dein Hobby wunderbar ins Spiel bringen: wenn du ein halbwegs mittelalterliches Instrument spielen kannst, wenn du „alte“ Lieder (auch da sind wir nicht historisch) singen kannst, wirst du als Barde oder Bardin in jeder Taverne hochwillkommen sein. Und das gilt auch für andere unterhaltsame Künste.

 

Außenseiter und Verbrecher:

Vielleicht reizt dich aber auch, einmal in eine geächtete Rolle zu schlüpfen. Das fängt an mit Bettlern, geht über Falschspieler und Betrüger zu Dieben (aber was und wie „gediebt“ [niemals gestohlen] wird, muss im Vorfeld sehr genau mit der Spielleitung abgesprochen werden) und Räubern, zu aus welchen Gründen immer steckbrieflich Gesuchten bis zu Meuchelmördern. Aber bedenke, wenn du eine solche Rolle wählst: Böse Rollen können ziemlich schnell böse enden. Und du musst in einer solchen Rolle immer ein Doppel-Spiel betreiben, d.h. du musst deine „wahre“ Spiel-Identität hinter einer zweiten verstecken. Wer sich am Stadttor als wandernder Meuchelmörder meldet, wird nicht alt!

 

Priester/innen und Ordensleute:

Religion im Live-Rollenspiel ist ein etwas heikles Thema. Grundsätzlich ist nicht erlaubt, eine reale Religion auszuspielen. Wohl aber können religiöse Rollen gewählt werden: es gibt die Priester/innen unterschiedlicher Gottheiten, manchmal milde, oft fanatisch, es gibt Mitglieder verschiedener Bettel- oder Krieger-Orden. In unserer Spiel-Welt Cal’Annon, in der die Hochelben den Ton angeben, sind menschliche Religionen nur geduldet, nicht geschätzt.

 

Das sind aber nur Beispiele, vielleicht fällt dir noch eine ganz andere Betätigung ein.